Fachlexikon
In der Imkerei begegnen einem viele besondere Begriffe. Unser Fachlexikon erklärt wichtige Wörter rund um Bienen, Honig, Beuten und imkerliche Arbeit kurz und verständlich.
A
Afterweisel
Afterweiseln werden häufig auch als Drohnenmütterchen bezeichnet. Dabei handelt es sich um Arbeiterinnen, die bei Verlust der Königin beginnen, Eier zu legen.
Da diese Eier unbefruchtet bleiben, schlüpfen daraus ausschließlich Drohnen. Das Volk wird dadurch drohnenbrütig.
Auftauen
Das Auftauen hat nichts mit gefrorenem Honig zu tun. Gemeint ist das schonende Verflüssigen von fest gewordenem Honig.
Eine Erwärmung auf etwa 30 bis 40 Grad Celsius über 24 bis 48 Stunden reicht meist aus. Honig sollte nicht über 40 Grad Celsius erhitzt werden, da wärmeempfindliche Inhaltsstoffe wie Enzyme darunter leiden können.
B
Beute
Als Beute bezeichnet man die vom Imker bereitgestellte Behausung für ein Bienenvolk. Der Begriff Bienenstock meint dagegen die Behausung mitsamt dem darin lebenden Volk.
Moderne Magazinbeuten bestehen meist aus mehreren übereinandergestellten Zargen, einem Boden und einem Deckel. Sie werden aus Holz oder Kunststoff hergestellt.
Der Bien
Mit dem Begriff „Bien“ wird das Bienenvolk als Ganzes beschrieben. Gemeint ist nicht die einzelne Biene, sondern der gesamte Organismus aus Königin, Arbeiterinnen und Drohnen.
Dieser Superorganismus besitzt Fähigkeiten, die eine einzelne Biene allein nicht hätte. Die Gemeinschaft stimmt ihr Verhalten über Signale und Arbeitsteilung ab und ist nur als Ganzes dauerhaft überlebensfähig.
D
D.I.B.-Glas
Das D.I.B.-Glas ist das Honigglas des Deutschen Imkerbundes e.V. Es wurde eingeführt, um einen einheitlichen Standard und eine Qualität oberhalb der gesetzlichen Mindestanforderungen zu schaffen.
Wer Honig im D.I.B.-Glas verkaufen möchte, muss bestimmte Voraussetzungen erfüllen, zum Beispiel eine Mitgliedschaft im Deutschen Imkerbund über einen Imkerverein und eine zertifizierte Honigschulung.
- Honig darf nur aus Trachtgebieten der Bundesrepublik Deutschland stammen.
- Der Honig muss frei von Zusätzen sein.
- Der Honig muss reif sein.
- Der Wassergehalt darf maximal 18 Prozent betragen.
Die Gläser dürfen nur vollständig mit geprägtem Glas, geprägtem Deckel, Deckeleinlage und Gewährverschluss in den Verkehr gebracht werden.
Drohne
Die Drohne, fachsprachlich auch der Drohn, ist das männliche Tier im Bienenvolk.
Ihre wichtigste Aufgabe ist die Begattung einer jungen Königin. Nach der erfolgreichen Begattung stirbt die Drohne.
Drohnenschlacht
Als Drohnenschlacht bezeichnet man das Abtreiben der Drohnen aus dem Bienenvolk gegen Ende der Trachtzeit, meist im Spätsommer.
Die Drohnen werden von den Futterplätzen abgedrängt und schließlich aus dem Stock entfernt. Hintergrund ist die Vorbereitung des Volkes auf den Winter und das nachlassende natürliche Nahrungsangebot.
H
Hobbock
Ein Hobbock ist ein großer Behälter, der in der Imkerei häufig zur Lagerung von Honig verwendet wird.
Ab etwa 40 Kilogramm Fassungsvermögen besitzen diese Behälter meist keinen klassischen Bügel mehr, sondern zwei seitliche Griffe. Hobbocks gibt es aus Kunststoff oder Edelstahl.
R
Refraktometer
Ein Refraktometer dient dazu, den Wassergehalt von Honig zu messen. Eine blau-weiße Grenzlinie auf der Skala zeigt den Wassergehalt in Prozent an.
Die Messung ist wichtig, weil der Wassergehalt Einfluss auf die Lagerfähigkeit und Qualität des Honigs hat.
S
Stifte
Das Ei der Biene wird in der Imkerei als Stift bezeichnet, weil es wie ein kleiner aufrecht stehender Stift aussieht.
Die Königin legt normalerweise pro Zelle einen Stift. Junge Königinnen können anfangs gelegentlich mehrere Stifte in eine Zelle legen.
T
TO-Glas
Das TO-Glas, kurz für Twist-Off-Glas, ist ein Glas mit Schraubdeckel. Es besteht nur aus Glas und Deckel und benötigt keine zusätzlichen Klammern oder Ringe.
Das Glas ist wiederverwendbar, spülmaschinengeeignet und in verschiedenen Formen und Durchmessern erhältlich. Die Deckel sollten dagegen nicht wiederverwendet werden.
Weitere Bezeichnungen sind Nockenglas, Nockendeckelglas oder Twist-Off-Schraubdeckelglas.
W
Weisel
Der Imker bezeichnet die Bienenkönigin als Weisel. Der Begriff stammt aus dem Mittelhochdeutschen und bedeutet sinngemäß Anführerin oder Oberhaupt.
Eine Königin kann mehrere Jahre alt werden.
Weiselprobe
Eine Weiselprobe wird durchgeführt, wenn unklar ist, ob ein Volk eine Königin besitzt.
Dazu wird eine Wabe mit jungen Larven und Eiern aus einem anderen Volk eingehängt. Bauen die Bienen nach kurzer Zeit Weiselnäpfchen, ist dies ein Hinweis darauf, dass keine oder keine begattete Königin vorhanden ist.
Windel
Die Windel, auch Varroawindel genannt, ist eine Bodeneinlage, die für mehrere Tage in den Boden der Beute geschoben wird.
Sie dient unter anderem der Kontrolle des natürlichen Milbenfalls und hilft bei der Einschätzung des Varroabefalls eines Bienenvolkes.












